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EDUARD THÖNY

Meisterzeichner, Zeichenmeister: Eduard Thöny im Simplicissimus

14/05/2017 - 10/09/2017
  • Eduard Thöny
    © www.simplicissimus/info, Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar

© www.simplicissimus/info, Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar

Eduard Thöny 1866 – 1950:

München knapp vor 1900 im Aufbruch in die Moderne. Die Kunstakademie schon jahrzehntelang ein Magnet für Junge aus halb Europa. Eduard Thöny, geboren 1866 in Brixen, zog1872 mit dem Vater, dem Holzschnitzer Christian Thöny, in die deutsche Kunsthauptstadt. Schlachtenmaler will er werden, er studiert bei Meistern dieses noblen Fachs. 1896 wird in München das literarisch-politische Satiremagazin „Simplicissimus“ gegründet. Mit Farbbildern wird die Stahlstich-Konkurrenz vom Markt verdrängt. Eduard Thöny ist von Anfang an dabei. Und bleibt bis zum ruhmlosen Ende 1944. Über 3000 Blätter zeichnete er tagesaktuell, kritisch-polemisch, zeitlos menschendurchschauend für den „Simplicissimus“, davon 300 Titelseiten.

Er protokolliert ländlich-sittliche, bürgerlich-spießige, pikfein-feudale und Gossen-Milieus. Er karikiert Bauern, Beamte, Neureiche, Prälaten, Offiziere, Matronen, Kokotten. Er studiert sie in Biergärten, Salons, auf Kasernenhöfen und Tennisplätzen. Er verschlingt politische Nachrichten aus aller Welt. Sein bekanntestes Markenzeichen: der preußische Leutnant. Seine größte Liebe: Pferde in Bewegung, auf der Rennbahn, beim Militär.

Der „Simplicissimus“ widersetzt sich dem Druck von Kirche, Schwerindustrie, Kaiser Wilhelm. 1914 mutieren die zeichnenden Pazifisten zu nationaldeutschen Mitstreitern. Thöny wird Kriegsmaler in der k. u. k. Armee. Die Reiche bersten, Thöny wird Deutscher, aus den Nachkriegswirren gehen die Nationalsozialisten siegreich hervor. 1933 wird der „Simplicissimus“ gleichgeschaltet. Der kritische Geist verleugnet sich. Oder wird vertrieben.

Kuratoren: Gustav Peichl (Gestaltung), Hans Haider

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„Karikatur ohne Bissigkeit, Drastik, Schärfe ergibt für mich keinen Sinn. Man hat mir oft Geschmacklosigkeit und Brutalhumor vorgeworfen. Wer denn, wenn nicht Satiriker, soll die Dinge beim Namen nennen?.“

Manfred Deix

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