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Manfred Deix

„Karikatur ohne Bissigkeit, Drastik, Schärfe ergibt für mich keinen Sinn. Man hat mir oft Geschmacklosigkeit und Brutalhumor vorgeworfen.
Wer denn, wenn nicht Satiriker, soll die Dinge beim Namen nennen?“
Manfred Deix

Der Zeichner Manfred Deix provozierte, schockierte und rüttelte an gesellschaftlichen Tabus wie selten zuvor ein österreichischer Künstler! Am 25. Juni 2016 verstarb er nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren. Seine Frau Marietta und seine 23 Katzen waren bis zuletzt bei ihm. Erst am 22. Februar 2016 feierte Deix seinen 67. Geburtstag.

Manfred Deix, der in St. Pölten und Böheimkirchen aufgewachsen ist, fertigte schon als Kind Karikaturen von den Gästen im elterlichen Gasthaus an und studierte bereits in frühen Jahren das Milieu der Bauern und Arbeiter, die zu den Gästen des Wirtshauses zählten.

Schon als Zwölfjähriger hatte ich das Privileg, als Schankbursche im elterlichen Gasthaus die Menschen wirklich hautnah erleben zu können. Es waren überwiegend die sogenannten ‚kleinen Leute‘, die bei uns zu Gast waren. Da standen sie also meist im Arbeitsgewand an der Budel und tranken ihre Gspritzten, Seidel oder Viertel, unterhielten sich über alles Mögliche von der Politik über die Arbeit bis zu den Frauen, erzählten sich herbe Männerwitze, lachten oder stritten sich über Belangloses und ahnten natürlich nicht, dass sie vom hellwachen Buben hinter der Theke gnadenlos ausgehorcht und beobachtet wurden. Die anderen saßen an den Tischen, ließen sich Schnapskarten, Gulasch und Bier servieren, um gegen Mitternacht die Lokalität zu verlassen, ohne auch nur einenGroschen Trinkgeld lockerzumachen. Aus Rache habe ich aus ihnen die mittlerweile bekannten ‚Deixfiguren‘ geformt und ihnen zu fragwürdiger Berühmtheit verholfen. Strafe muss sein."
Manfred Deix

Deix’ Erkundung der Untiefen der österreichischen Seele begannen Anfang der 1970er. In seinen Gedichten und mit dem Zeichenstift übte Deix unermüdlich Kritik an gesellschaftlichen Zwängen, Fremdenhass und Scheinheiligkeit. Er ging konsequent und unbeirrt seinen Weg: Politiker wurden schonungslos unter die Lupe genommen, die Bussi-Bussi-Gesellschaft der Prominenten mit ihren Eitelkeiten wurde bloßgestellt und auch die Kirche samt „Bodenpersonal“ (sic) erntete Spott. Deix rührte an gesellschaftliche Tabus wie selten zuvor ein österreichischer Künstler. Losgelöst von ihrer politischen Aktualität sind die Arbeiten von Deix längst Kunstwerke geworden, Klassiker der österreichischen Karikatur und mittlerweile stilbildend. Diese erlauben einen besonderen Blick auf Denkprozesse und Lieblingsthemen des Künstlers, der konsequent und unbeirrt seinen Weg geht. Sowohl Fans der ersten Stunde als auch Neueinsteiger in das Deix-Universum kommen voll auf ihre Kosten.

In der aktualisierten Dauerpräsentation Für immer Deix! bekommt man einen Einblick in das Werk dieses großartigen Künstlers. Eine neue exquisite  Auswahl von rund 80 Zeichnungen, darunter Klassiker aus der Sammlung des Landes Niederösterreich sowie bisher zum Teil noch nie ausgestellte Arbeiten aus dem exklusiven Privatbesitz des Künstlers werden in der Schau vorgestellt.

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„Karikatur ohne Bissigkeit, Drastik, Schärfe ergibt für mich keinen Sinn. Man hat mir oft Geschmacklosigkeit und Brutalhumor vorgeworfen. Wer denn, wenn nicht Satiriker, soll die Dinge beim Namen nennen?.“

Manfred Deix

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