Am 8. Juli war es so weit: Maggie und Arnold hatten ihr Auslandsdebut in der Stadt der Liebe, im Land, in dem der Comic auch als le neuvième art, also die 9. Kunst bekannt ist. Die Beteiligung an der Gruppenausstellung „Summer Peace“ in der charmanten Galerie du Colombier war nach Gars am Kamp und Ziersdorf unser drittes Ausstellungsprojekt als Autorinnenteam in diesem Jahr. Gars – Ziersdorf – Paris?!? HÄH? Was ist das denn für ein Line-up?

Maggie McFearsome and the Giant Anteater - Chapter 4

Kapitel 4: Oh là là – Maggie und Arnold in Paris

Liebe Fans von Maggie und Arnold,

am 8. Juli war es so weit: Maggie und Arnold hatten ihr Auslandsdebut in der Stadt der Liebe, im Land, in dem der Comic auch als le neuvième art, also die 9. Kunst bekannt ist. Die Beteiligung an der Gruppenausstellung „Summer Peace“ in der charmanten Galerie du Colombier war nach Gars am Kamp und Ziersdorf unser drittes Ausstellungsprojekt als Autorinnenteam in diesem Jahr. Gars – Ziersdorf – Paris?!? HÄH? Was ist das denn für ein Line-up?

 

Wie es zu den Projekten in Niederösterreich kam, haben wir im Kapitel 3 unseres Comic-Blogs berichtet. Und Paris – daran ist der Zufall schuld. Eggy war im April vor Ort – eigentlich, um zwei länger vermisste Freundinnen zu sehen, mit den beiden und ihren jeweiligen Liebsten ein Museum nach dem anderen abzuklappern und dazwischen immer ausgiebig zu picknicken. Auftritt Zufall: Eine mit Eggy bekannte Fotokünstlerin nahm gerade an der Gruppenausstellung „The Optic Soul“ in Paris teil. Eggy folgte der Einladung zur Vernissage und wurde dort der Galeristin Lyza vorgestellt. Im Verlauf des sich hieraus entwickelnden Gesprächs zeigte Eggy Jackys Zeichnungen für Gars und Ziersdorf – und Lyza gefiel, was sie da so zu sehen bekam. Wenige Minuten später schrieb Eggy an Jacky auf Skype:

 

„Oh la la (accents bitte hinzudenken) …Une petite galerie parisienne interessiert sisch für die Arnold …FANTASTIQUE!“

 

Jackys spontane Reaktion „Waaaas?? Oh mein Gott!! Wie großartig!!

Ich würde sogar eine Französisch-Übersetzerin kennen!“

 

So kam es zu Paris.

 

 

In Abwandlung des bei Werbern beliebten Sprichworts „Tue Gutes und rede darüber“ raten wir Euch auch für Eure (Comic-)Projekte: Wenn Ihr denkt, Ihr habt etwas Gutes – dann zeigt es her, wenn der Kontext passt. Erstmal im Freundeskreis oder bei anderen Kunstschaffenden. Holt Euch bei ihnen Anregungen und Kritik – und denkt kritisch darüber nach, was sie Euch sagen. Geht auf Vernissagen und kommt dort mit Leuten ins Gespräch. Und wenns passt, dann kann man das Tablet oder Smartphone rausholen und unverbindlich herzeigen, was man so gemacht hat. Dann landet man eventuell in Paris – oder auch beinahe nicht, so wie in unserem Fall. Denn fast hätten wir uns gegen die Teilnahme entschieden. Wie das? Lyzas Einladungs-Mail enthielt nicht nur ein Formular für die Angaben zum Werk und zur Vita – sondern auch den Hinweis, dass eine Ausstellungsgebühr anfalle. Zwar im niedrigen dreistelligen Bereich, aber trotzdem waren wir irritiert. Uns war eher das Modell Verkaufsprovision bekannt. (Je nach Galerie kann das übrigens ganz schön viel sein, also deutlich mehr als 30%. Und das ist nicht immer verhandelbar.) Und nun sollten wir (und alle anderen Kunstschaffenden) nicht nur für Materialkosten und Spesen aufkommen – sondern auch noch für die Teilnahme zahlen? Ist das ehrenrührig? Soll man so ein System unterstützen? Ist Paris uns das wert? Wir haben lange diskutiert – und dann haben wir zum Glück eine international tätige Kuratorin und Galeristin gefragt. Nennen wir sie Yva. Und das war sehr gut so. Yva, die auch schon Ausstellungen in Paris kuratiert hat, klärte uns darüber auf, dass diese Praxis dort durchaus üblich und Lyzas Angebot – vor allem für eine vierwöchige Ausstellungsdauer – sehr fair sei. Ooops – Glück gehabt. Danke, Yva! Andere Länder – andere Ausstellungssitten. (Das gilt übrigens auch für die Vernissage. In Paris wird diese gerne mit einer philosophisch-politischen Debatte zu Themen aller Art und auf Niveaus aller Art verknüpft – ohne dass die ausgestellten Werke zwangsläufig erwähnt würden. Unser Rat an dieser Stelle: VORHER Fachleute mit Expertise für den jeweiligen „Kulturkreis“ konsultieren! Dann könnt Ihr Euch die Energie für unnötige Aufregung über scheinbare Unglaublichkeiten locker sparen.)

Trotzdem, ein BISSL gewurmt hat uns die Sache mit dem Bezahlen dann immer noch. Was tun? Eine kleine Übung im Fundraising! Selbstgestecktes Ziel: Innerhalb von zwei Wochen müssen 15 Leute gefunden sein, die bereits sind, einen niedrigen zweistelligen Betrag in unser Werk zu investieren – und erhalten dafür ein Comic-Gimmick! Dank Freundes- und Familienkreis haben wir es fristgerecht geschafft. Natürlich war das kein echtes Fundraising im herkömmlichen Sinne. Wie man das professionell angeht, berichten wir im Herbst – und teilen dann den Rat von Mag. Rainer Otte von den Kulturförderungspaten aus Leipzig mit Euch.

Alle Hindernisse aus dem Weg – nun kann es mit der eigentlichen Arbeit losgehen! „Summer Peace“ … was kann das für Maggie und Arnold bedeuten? In unserer ersten Arbeit in Farbe, der Installation „World Peace starts with Ant(eater)s“, sieht man als zentrales Motiv Maggie und Arnold auf einer Picknickdecke am Place des Vosges in Paris. Arnold teilt Maggie mit, dass es für ihn kein Problem sei, dass Ameisen, seine Leibspeise, nicht zum Proviant gehören. Diese Szene, die übrigens einen Traum von Arnold wiedergibt und dem Eggy-Skript für den [Web]Comic entstammt, ist übrigens eine versteckte Liebeserklärung: In der Natur ist der amouröse Ameisenbär appetitlos, ganz wie so manch verliebter Mensch! In dieser Phase leben die Ameisen also in Frieden vor ihm. Frieden findet auch der Ameisenbär von Salvador Dalì in unserer Arbeit: Eine Fotografie aus dem Jahr 1968, für die wir die Bildrechte nicht haben, die Ihr aber googeln könnt, zeigt den Künstler, wie er eine Métro-Station verlässt. Am Strick führt er einen Großen Ameisenbären, der nicht gerade entspannt wirkt. Angesichts von Maggie und Arnold fällt bei Dalì der Groschen, dass er seinen buschigen Gefährten besser behandeln sollte. Dank Magdalena Überreiter und ihrem Freund kann man Eggys Texte nun nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Französisch lesen. Bilder von der Installation und der Vernissage gibt es auf Facebook und Instagram.

Was unsere nächsten Ausstellungsprojekte sind? Wir sind nächstes Jahr bei der next comics Linz dabei. Und dann wird es noch eine Einzelausstellung in Niederösterreich geben. Aber wir wollen hier noch nicht zu viel verraten.

Und was ist jetzt mit www.anteater-comic.net? Eggy stellt sich gerade mäßig smart mit der Domain an. Da ist noch viel zu tun, damit alles parat ist, wenn wir Euch Ende Juli einen ersten Einblick in den Webcomic bieten wollen. Darüber berichten wir dann aber doch lieber in zwei Wochen – und bleiben auch dieses Mal knapp unterhalb der magischen 1000-Wort-Grenze!

 

Herzlich,

Eggy und Jacky

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