Maggie McFearsome and the Giant Anteater - Chapter 9

vor zwei Wochen haben wir unsere Umfrage auf Facebook gestartet, um in Erfahrung zu bringen, was Ihr im November-Blogeintrag über den Entstehungsprozess unseres [Web-]Comicprojekts gerne wissen möchtet.

Von Zeichenstift und Pinselstrich – Maggie und Arnold nehmen Gestalt an!

Liebe Fans von Maggie und Arnold,

vor zwei Wochen haben wir unsere Umfrage auf Facebook gestartet, um in Erfahrung zu bringen, was Ihr im November-Blogeintrag über den Entstehungsprozess unseres [Web-]Comicprojekts gerne wissen möchtet. Bis zum 15. Oktober könnt Ihr dort (https://www.facebook.com/eggyjacky/) noch Eure Fragen posten – traut Euch! Es lohnt sich. Beispiel gefällig? Hier kommt es schon:

Auch unser heutiger Blogeintrag geht auf einen Leser zurück, der gerne mehr darüber erfahren wollte, wie Jacky als Comic-Künstlerin arbeitet. Sein besonderes Interesse galt hierbei der Abfolge von Jackys Arbeitsschritten. Gerne kommen wir diesem Wunsch nach, stellen die Ameisenbärforschung bis zum nächsten Mal zurück und berichten heute exklusiv Jackys Perspektive – daher die Ich-Form der folgenden Absätze:

„Ich erzähle Euch nun, wie ich meine Arbeit am Webcomic „Maggie McFearsome and the Giant Anteater“ und andere Comic-Projekte angehe.

Für jeden Comic muss zunächst eine Geschichte her, die man erzählen will, soviel zu Schritt eins. Nachdem Eggy ein sehr ausgefeiltes Skript abgeliefert hat war Schritt eins für mich schnell erledigt  ; ). Es ist auch einmal ganz angenehm für mich, einen großen Teil der Arbeit abgeben zu können. Weil Eggy beim Schreiben des Skriptes schon die Comic-Verwirklichung im Hinterkopf hatte, ist das Script schon sehr auf Bilder ausgelegt, Menschen sind sehr genau beschrieben und auch die Orte. Muss also „nur“ noch eine Zeichnung her – und auf das habe ich mich nun spezialisiert.

Schritt zwei ist die Einteilung der Comicseite. Fragen wie zum Beispiel: Welche Bilder wähle ich um den Handlungsstrang einzufangen, wie groß soll jedes Panel sein, was sind wichtige Aspekte, die in der Zeichnung berücksichtigt werden müssen?

Um es mir hier ein wenig leichter zu machen, plane ich die Seiten im Briefmarkenformat. Ja richtig! So klein fange ich mit einer Comicseite an, um den Handlungsverlauf ganz grob einzufangen. Warum nicht gleich im Originalformat anfangen? Nun ja, die Planung ist die aufwändigste Arbeit am ganzen Comic: Schließlich wird hier entschieden, wie die Geschichte erzählt wird – und ob sie auch funktioniert. Es wird bei diesem Arbeitsschritt also viel ausgebessert, umgeplant, mittendrin fällt einem auf, dass ein anderes Bild besser für die Seite ist usw. Beim kleinen Format ist das natürlich viel leichter auszubessern.

Nun zu Schritt drei, der skizzenhaften Ausführung der Comicseite. Bei diesem Schritt wird die kleinformatige Planung quasi auf die Originalgröße angepasst. Für diesen Schritt reicht es, Figuren nur anzudeuten und die Zeichnungen in die richtigen Proportionen einzuteilen. Dieser Schritt mag im ersten Augenblick nicht so wichtig wirken, aber falsch gedacht: Hier entsteht das Gerüst meiner Comicseite, das heißt Proportionen, Perspektive, Bildeinteilung... Alles muss in diesem Schritt stimmen, ansonsten wird es später sehr mühsam, Ausbesserungen zu machen.

 

Schritt vier ist die Reinzeichnung. Das heißt mein Gerüst, dass ich in Schritt drei aufgebaut habe, wird nun zur fertigen Zeichnung. Prinzipiell arbeite ich immer analog, das heißt meine Zeichnungen entstehen immer auf Papier und nicht am Computer. Warum das so ist? Ich fühle mich mit Stift und Papier einfach viel wohler, das sieht man auch am Strich der Zeichnung. Und das ist schließlich sehr wichtig. Die Zeichnung soll natürlich und nicht versteift und gezwungen wirken. Es gibt sehr viele Zeichner, die mittlerweile digital arbeiten. Dies bringt natürlich große Vorteile, da Fehler leichter ausgebessert werden können, und auch die sogenannte „Zettelwirtschaft“ erspart man sich. Nun die Frage: digital oder analog? Für mich gilt immer: am besten wird es immer damit, womit man sich wohler fühlt.

Schritt 5: Nun ist Tuschen angesagt! Auch dieser Schritt erfolgt bei mir analog. Dazu verwende ich meine Pentel-Brush. Das ist ein Pinselstift aus Japan, der mit Tuschepatronen befüllt wird. Somit erspart man sich das oftmalige eintunken in die Tinte. Schattiert wird dann mit Finelinern in Schraffurtechnik. Bei diesem Schritt ist höchste Konzentration verlangt: Fehler lassen sich schließlich nicht so leicht ausbessern.

 

 

Schritt sechs ist optional: Das wäre die Koloration (Farbe hinzufügen). Da wir entschieden haben, unseren Comic in Schwarz/Weiß zu lassen fällt bei dieser Arbeit das Kolorieren weg. Ich habe aber trotzdem mit Aquarellfarben einen grauen Schatten hinzugefügt. Warum? Eggy und ich wollten uns nicht auf Schwarz/Weiß festlegen, und mit dieser Schattierung ist eine spätere Koloration am Computer sehr einfach, sollten wir uns später umentscheiden.

 

Bei der Koloration arbeite ich des Öfteren am Computer. Hierbei spielt aber der Stil des Comics immer eine wichtige Rolle. Ich überlege deswegen schon vorab, welchen Charme der Comic haben soll und entscheide mich dann, ob ich am Computer koloriere oder analog.

 

So: Die Seite ist nun fertig und muss für den Webcomic digitalisiert werden. Hier kommt ein Scanner ins Spiel. Ich scanne meine Comicseiten gerne mit 600dpi ein. Mindestens sollte man Zeichnungen immer mit 300dpi einscannen. Etwaige kleine Fehler können anschließend noch in einem Zeichenprogramm bearbeitet werden, oder auch Helligkeit, Sättigung, Kontrast etc. bearbeite ich gerne am Computer.“

 

 

So, nun wisst Ihr Bescheid, wenn Ihr Euch Arbeiten von Jacky anschaut. Z.B. auf ihrer Homepage (https://www.theragdoll.net/) oder auf unserer inzwischen aufgehübschten und navigationsfreundlicheren Seite www.anteater-comic.net. Es hatte sich zwar bislang niemand von Euch beschwert, aber das war sicher aus reiner Höflichkeit. Für Unterstützung bei der Umstrukturierung bedanken wir uns herzlich bei Jockschi. Die Fortsetzung von Maggie und Arnold posten wir übrigens am 30. September auf der Seite. Und ab Oktober werden wir gar zweisprachig – der Reiter „Webcomic DE“ ist schon angelegt. Und dann finden wir auch Eingang ins deutsche Webcomic-Verzeichnis.

 

Oh je, schon wieder sind die 1000 Wörter fast aufgebraucht! Aber es reicht noch für die obligatorischen Schlussworte: Im nächsten Beitrag hier im Comic-Blog geht es dann tatsächlich um unsere „Ameisenbärforschung“ und … nein, das verraten wir heute noch nicht, worum es sonst noch gehen wird! Es soll ja spannend bleiben. Wir enden mit einen Veranstaltungstipp: Am 29. September ab 17 Uhr findet der Indie Comix Day im Wien Museum statt! Jacky und viele andere Comickünstlerinnen und –künstler werdeb vor Ort sein und freuen sich über Besuch von Euch! Und auch das Rahmenprogramm ist spannend: Ein Comix-Battle, Projekt-Präsentationen und ein Zeichen-Wettbewerb „Make or fake art for the Wien Museum“ werden geboten. Wir sehen uns!

 

Herzlich

Eggy & Jacky

Veröffentlicht von Karikaturmuseum Krems

Mein Besuch

0 Einträge Eintrag

Voraussichtliche Besuchszeit

Liste senden