Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule

26. 10. 2003 bis 14. 03. 2004

Nach der Satiredichte pro Quadratmeter bemessen gilt Frankfurt am Main als heimliche Hauptstadt der satirischen Zeichnung in Deutschland. Diesem Umstand trägt nun das Karikaturmuseum Krems mit einer umfassenden Ausstellung Rechnung. Die Schau zeigt rund 150 Werke von F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F.K. Waechter, den bedeutendsten deutschen Satirikern und Zeichnern. Seit der Gründung der Satirezeitschrift pardon im Jahr 1962 und ab 1979 ind der Nachfolgezeitschrift Titanic arbeiten die erfolgreichen Zeichner und Autoren aus der Mainmetropole unter dem Label „Neue Frankfurter Schule“.

Im Gegensatz zur seriösen professoralen Alten Frankfurter Schule um Adorno, Marcuse und Horkheimner steht die Bezeichnung "Neue Frankfurter Schule" für das Leichte, Spielerische, Komische und weniger für das Wissenschaftliche. Ihr Terrain ist der Cartoon, der Comicstrip, die Satire, die Nonsenspoesie.

"Nie ist fest umrissen worden, was die Neue Frankfurter Schule genau sei. Bis heute fehlt ihr jede verbindliche Rechtsgrundlage. Ein eingetragener Verein ist sie nie gewesen. Zu welchem Ziel und Ende sie existiert, ist so unklar wie ihre Hierarchie: sie hat keine Struktur, keinen Chef und keinen Kassenwart. Auch eine richtige Schule ist sie nie gewesen, sie hat keine Klassenzimmer und bildet nicht aus. Dennoch vermittelt sie etwas: dass der Mensch von Zeit zu Zeit mal gerne lacht", urteilt der Humorexperte Oliver Maria Schmitt in "Die schärfsten Kritiker der Elche - Die Neue Frankfurter Schule in Wort und Strich und Bild".

Die äußerst produktive Humoinstitution hat es bislang auf knapp 250 Bücher mit mehr als 60.000 Seiten Pointen, Scherze und Witze gebracht. Die Mitglieder der Polemiken, Satiren und Nonsens, sie gründen Zeitschriften, machen Kinofilme und Fernsehsendungen, malen Bilder und zeichnen Karikaturen, die nun auch in Österreich zu sehen sind.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit Caricatura, Museum für Komische Kunst und dem Historischen Museum der Stadt Frankfurt statt.

Hans Traxler: Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche
© Hans Traxler, 1987