02. 03. 2003 bis 11. 05. 2003
John Heartfield – eigentlich Helmut Herzfelde - gilt als führender Dadaist im
Berlin der Zwanzigerjahre. Mit seinen antifaschistischen Fotomontagen der 20er
und 30er Jahre ist er wohl der wichtigste Vertreter des Grenzbereichs zwischen
Kunst und Satire der Zwischenkriegszeit. Seine Fotomontagen, die auf
scharfsinnig enthüllende Weise Hitlers Propaganda aufs Korn nehmen, sind zum
zweiten Mal, nach der Ausstellung 1997 im Salzburger Rupertinum, in Österreich
zu sehen. In einer konzentrierten Auswahl werden Titelseiten der
Arbeiter-Illustrierten-Zeitung und einige der Originalmontagen die als
Druckvorlagen dienten, ausgestellt. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt
des Karikaturmuseum Krems und der Stiftung Archiv der Akademie der Künste
Berlin.
Helmut Herzfelde, geboren 1891, perfektionierte die Fotomontage gleichermaßen
als künstlerisches wie politisches Medium. Bereits während des ersten
Weltkrieges anglisiert er seinen Namen aus Protest gegen die politischen
Zustände und wird John Heartfield. Seine Arbeiten für die AIZ (Arbeiter
Illustrierte Zeitung) sind Zeugnis einer unbeugsamen Haltung, die sich gegen den
Zeitgeist des aufkommenden Nationalsozialismus stemmte. Zugleich bilden sie den
künstlerischen Höhepunkt seines politisch engagierten Kunstschaffens.
Kurator:Peter Zimmermann, Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog:
Heartfield – Fotomontagen
1928-1939
64 Seiten, 47 Abbildungen
€ 22,00
John Heartfield: Mimikry
AIZ 19.4.1934
© VBK Wien, 2003