03. 03. 2002 bis 02. 06. 2002
Das Karikaturmuseum Krems zeigt eine kleine Sensation: 13 Originalgrafiken von Kukryniksy, einer Gruppe von drei russischen Zeichnern, die nicht zuletzt wegen ihrer kollektiven Arbeitswiese einen besonderen Stellenwert in der Karikaturgeschichte einnehmen. Die Arbeiten sind erstmals außerhalb Russlands zu sehen.
Hinter dem Akronym Kukryniksy stehen die drei russischen Zeichner Michail Wassiljewitsch Kuprijanow, Porfiri Nikititsch Krylow und Nikolai Aleksandrowitsch Sokolow die seit den 20er Jahren die politische Karikatur und Plakatkunst in Russland wesentlich geprägt haben. Die Arbeiten von Kukryniksy zählen zu den Klassikern der Kairkaturgeschichte und haben wegen der kollektiven Arbeitsweise der Gruppe einen besonderen Stellenwert.
Dem Karikaturmuseum Krems ist es nun gelungen, 13 Originalgrafiken der Gruppe aus der Zeit des Kalten Krieges erstmals außerhalb Russlands zu zeigen. Die Karikaturen sind gleichzeitig mit der Ausstellung Russland - Repin und die Realisten (Kunsthalle Krems) im Karikaturmuseum zu sehen.
Die drei Zeichner begannen ihre Zusammenarbeit 1926 in Moskau als Gestalter der Wandzeitung der Moskauer Kunsthochschule Wchutemas und veröffentlichten erste Karikaturen in der Zeitschrift Komsomolija. Auf Basis einer gemeinsamen Idee wurden drei Entwürfe gemacht, unter denen die Zeichner sich für den besten entschieden. Diesen Entwurf gestalteten dann alle drei Künstler fertig. So entwickelten sie einen kollektiven Stil, der sozusagen als "vierter Künstler" mit dem Namen Kukryniksy signierte.
Als Mitarbeiter der Zeitschrift Komsomolija fanden die Kukryniksy besondere Beachtung durch ihre bissigen Porträtkarikaturen sowie durch die satirische Umsetzung literarischer Themen. Ab den 30er Jahren wandten sie sich - nicht zuletzt auf Empfehlung Maxim Gorkis - der politischen Karikatur zu, und wurden zu Starzeichnern der "Prawda" und des Satiremagazins "Krokodil". Daneben entwarfen sie vor allem politische Plakate und satirische Theaterdekorationen.
Im Zweiten Weltkrieg und in der Zeit des Kalten Krieges entstanden Karikaturen von unterbittlicher Schärfe und propagandistischer Wucht. Karikaturen von Kukryniksy wurden währen des Zweiten Weltkriegs unter anderem auf Postkarten gedruckt und hinter den deutschen Linien abgeworfen. Wehrmachtssoldaten, bei denen eine solche Postkarte gefunden wurde, wurden mit der Todesstrafe bedroht.
Kukrynisky: Der Schrei
1961, Tusche, Gouache auf Papier
Erschienen in: "Krokodil", 21.10.1961, Nr. 30
© Karikaturmuseum Krems, Sammlung des Landes NÖ