20. 03. 2005 bis 30. 10. 2005
Das Karikaturmuseum Krems widmet ein umfassendes retrospektives
Ausstellungsprojekt dem Grafiker und Zeichner Erich Sokol, einem Karikaturisten
mit Weltgeltung und gnadenlosem Beobachter der Gesellschaft.
Diese erste
Schau in seiner Heimat Österreich nach seinem Tod 2003 bietet einen Überblick
über sein künstlerisches Schaffen und präsentiert die wesentlichsten Themen, mit
denen sich der Zeichner im Laufe seiner Karriere beschäftigt hat.
Erich Sokol, 1933 in Wien geboren, studierte zunächst an der Hochschule für
Welthandel, bevor er das Institute of Design in Chicago besuchte.
Bereits zu dieser Zeit begann Sokol als Karikaturist und Illustrator bei
diversen in- und ausländischen Zeitungen und Magazinen zu arbeiten. Seine in den
Anfängen vor allem die Tagespolitik karikierenden Zeichnungen erschienen u.a. in
Harper´s Magazine, im Sunday Telegraph, im Lyons´s Magazin und in der britischen
Zeitschrift Punch. Der Gründer und Herausgeber des Playboy, Hugh Hefner, wurde
1957 auf sein zeichnerisches Talent aufmerksam und gewann ihn als regelmäßigen
Mitarbeiter. Sokol arbeitete bis zuletzt für den Playboy.
1960 wurde er als „editorial cartoonist“ bei der Arbeiter-Zeitung eingestellt,
von der er 1967 zum ORF wechselte. Zunächst als Chefgrafiker und später als
Artdirector prägte er über 25 Jahre lang das Gesicht des ORF und schuf das erste
Corporate Design einer europäischen Rundfunkanstalt. Parallel entwarf er
Titelseiten für die Neue Kronen Zeitung, trend und profil sowie für die
Theaterzeitschrift Bühne. Legendäre Karikaturen entstanden; Sokol erreichte
internationale Bekanntheit. Auch das Schallplattencover der literarischen Satire
„Der Herr Karl“ von Helmut Qualtinger und Carl Merz hat Erich Sokol
entworfen.
Neben der großen Zahl politischer Karikaturen schuf der Zeichner in den 90er
Jahren eine beeindruckende satirische Porträtgalerie: großformatige farbige
Blätter von historischen und zeitgenössischen Persönlichkeiten, unter ihnen
Dichter, Musiker, Maler und Schauspieler.
Als unbestechlicher Kritiker hat Erich Sokol seine Umwelt seziert und aufs
Wesentliche, d.h. auf die Wahrheit reduziert. Mit seinem feinsinnigen,
tiefgründigen und bestechenden Humor schuf er ein Werk von unauslöschlicher
Eindringlichkeit.
Im Jahr 2004 erwarb das Land Niederösterreich 332 Arbeiten aus seinem
umfangreichen Nachlass und stellt somit einen Großteil des Gesamtwerkes der
Öffentlichkeit zur Verfügung: “… sie sollen im Karikaturmuseum Krems, dieser
Oase des Humors, in einer immer unlustiger werdenden Zeit, neue Impulse
verleihen“, so Landeshauptmann Erwin Pröll. Die Ausstellung umfasst rund 150
Exponate.
Erich Sokol: Der Herr Doctor Karl
© Erich Sokol Privatstiftung 2005