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Gustav Peichl und Manfred Deix 

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Deix und Gottschalk

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Manfred Deix

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Manfred Deix im Atelier, 2006

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Manfred Deix und Otto

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Manfred Deix

 „Karikatur ohne Bissigkeit, Drastik, Schärfe ergibt für mich keinen Sinn. Man hat mir oft Geschmacklosigkeit und Brutalhumor vorgeworfen. Wer denn, wenn nicht Satiriker, soll die Dinge beim Namen nennen?“ 
Manfred Deix


Der Zeichner Manfred Deix provozierte, schockierte und rüttelte an gesellschaftlichen Tabus wie selten zuvor ein österreichischer Künstler. Am 25. Juni 2016 verstarb er nach schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren. Seine Frau Marietta und seine 23 Katzen waren bis zuletzt bei ihm. Erst am 22. Februar 2016 feierte Deix seinen 67. Geburtstag.

Manfred Deix wurde am 22. Februar 1949 geboren und ist in St. Pölten wie Böheimkirchen aufgewachsen. Er studierte bereits in frühen Jahren das Milieu der Bauern und Arbeiter, die zu den Gästen des Wirtshauses seiner Eltern zählten, und fertigte erste Karikaturen an.


„Schon als Zwölfjähriger hatte ich das Privileg, als Schankbursche im elterlichen Gasthaus die Menschen wirklich hautnah erleben zu können. Es waren überwiegend die sogenannten ‚kleinen Leute‘, die bei uns zu Gast waren. Da standen sie also meist im Arbeitsgewand an der Budel und tranken ihre Gspritzten, Seidel oder Viertel, unterhielten sich über alles Mögliche von der Politik über die Arbeit bis zu den Frauen, erzählten sich herbe Männerwitze, lachten oder stritten sich über Belangloses und ahnten natürlich nicht, dass sie vom hellwachen Buben hinter der Theke gnadenlos ausgehorcht und beobachtet wurden. Die anderen saßen an den Tischen, ließen sich Schnapskarten, Gulasch und Bier servieren, um gegen Mitternacht die Lokalität zu verlassen, ohne auch nur einen Groschen Trinkgeld lockerzumachen. Aus Rache habe ich aus ihnen die mittlerweile bekannten ‚Deixfiguren‘ geformt und ihnen zu fragwürdiger Berühmtheit verholfen. Strafe muss sein.“
Manfred Deix


Deix’ Erkundung der Untiefen der österreichischen Seele begannen Anfang der 1970er. In seinen Gedichten und Zeichnungen übte Deix unermüdlich Kritik an gesellschaftlichen Zwängen, Fremdenhass und Scheinheiligkeit. Er ging konsequent und unbeirrt seinen Weg: Politiker wurden schonungslos unter die Lupe genommen, die Bussi-Bussi-Gesellschaft der Prominenten mit ihren Eitelkeiten bloßgestellt und auch die Kirche samt „Bodenpersonal“ (sic!) erntete Spott. Losgelöst von ihrer politischen Aktualität, sind die Arbeiten von Deix längst Kunstwerke geworden. Sie sind Klassiker der österreichischen Karikatur und stilbildend. Sie erlauben einen besonderen Blick auf Denkprozesse und Lieblingsthemen des Künstlers, der konsequent und unbeirrt seinen Weg ging.


In der Dauerpräsentation Immer wieder Deix! bekommen Sie einen Einblick in die Welt des großartigen Künstlers Manfred Deix.

 

STIMMEN ZU DEIX

Wir, die Mitarbeiter/innen des Karikaturmuseum Krems, sind über den Tod von Manfred Deix tief betroffen und trauern um ihn. Mit ihm verliert die österreichische Karikatur- und Zeichnerszene einen der kritischsten und einflussreichsten Künstler unserer Zeit.


„Manfred Deix war einer der großen Künstler Österreichs. Es gab und gibt viele Tabus und unangenehme Wahrheiten, die man nicht ansprechen durfte oder konnte, hier hat uns Deix mit seinen Bildern die Augen geöffnet.“ 

Gottfried Gusenbauer, Direktor des Karikaturmuseum Krems, zum Werk des politischen Zeichners


„Manfred Deix, der größte satirische Zeichner dieses Jahrhunderts ist nicht mehr. Wenn Michelangelo sagte, die größte Kunst sei ,nichts als ein Schatten der göttlichen Perfektion‘, dann hat Deix mit seiner Kunst den unerbittlichen Gegenbeweis angetreten: Er zeigte uns, dass das Werk des Schöpfers nur so strotzt von Fehlern, Peinlichkeiten und Schnitzern. Gott sei Dank, muss man sagen, denn bei einem perfektionistischen Gott hätten wir wenig zu lachen, und es war Deix, der uns zu der bedeutenden philosophischen Erkenntnis verholfen hat, dass die Schöpfung lächerlich und Gott der größte Humorist ist. 
Manfred war ein großer Bewunderer Muhammad Ali’s und ich glaube, dass es in seinem Sinne war, diese Welt gemeinsam mit ihm zu verlassen.
So seltsam es klingen mag – diese beiden hatten etwas gemeinsam: sie waren Jahrhunderterscheinungen, die die Welt grundlegend verändern sollten – der Eine die Welt des Boxsports, der Andere die Welt der satirischen Zeichnung. Beide zeigten dem staunenden Erdkreis Kunststücke, die man bis dahin für völlig unmöglich gehalten hatte. Und beide flatterten wie die Schmetterlinge und stachen wie die Bienen.
Ich kann mir eine Welt ohne Manfred Deix, mit dem ich mein ganzes Leben lang verbunden war, nicht vorstellen.
Ich werde ihn unendlich vermissen.
In meinem Herzen wird er immer weiter flattern und stechen.“ 

Gottfried Helnwein, Künstler und jahrzehntelanger Weggefährte von Manfred Deix

 
„Manfred Deix versteht es, den Menschen einen Spiegel vorzuhalten. Einen Spiegel, der vieles zeigt, was wir in Wahrheit als Normalsterbliche im Alltag gar nicht merken und gar nicht sehen.“ 

Erwin Pröll, Landeshauptmann Niederösterreich, über die Ausstellung „Für immer Deix!“

 

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Der dichtende Deix

© Landessammlungen Niederösterreich, Deix 2017

20 ausgewählte Weisheiten

Michael Jackson-Imitator Karl K.

 

Die Brust der Mutter
gibt Sohn und Tochter Futter,
jedoch die Brust der Tante
ernährt nur fern' Verwandte.

Ein Vater ersetzt eine Mutter nicht,
weil es ihm an der Milch gebricht.

Was verbindet Herren und Knechte?
Nichts, bis auf die Laune, die schlechte.

Wer Mutter schlägt und Vater quält,
ist nicht vom Heil'gen Geist beseelt.

Es weiß ein jeder Modemensch:
Man sieht gut aus in Coat und Trench.

Ein Uhu ist kein Kakadu
und Stalingrad nicht Malibu.

Man darf beim Trinken und beim Essen
auch das Schlucken nicht vergessen.

Man soll mit Schlagen, Stechen, Hauen
niemandem den Tag versauen.

Ein Fisch, der Würmer gerne mag,
lebt in Gefahr den ganzen Tag.

Besser in die Hose gacken
als den Chef beim Pimmel packen.

Der Landwirt schätzt den Traktor
mehr als den Charaktor.

Der Gastwirt schätzt den Zecher,
je voller dessen Becher.

Der Bauer neidet dem Neger die Bräune,
der Neger neidet dem Bauern die Scheune.

Bei jeder Untat stets dabei:
Räuber, Mörder, Polizei.

Eines steht wohl außer Streit:
Am wohlsten tut die Unkeuschheit.

Obwohl es stimmt, man glaubt es nicht:
Die Fledermaus haßt Sonnenlicht.

Einem Boxer geht es gut,
wenn der Gegner bluten tut.

Dicke weiche Männerbrüste
dämpfen häufig Frauenlüste.

Wächst der Frau ein Damenbart,
wird des Gatten Glied nicht hart.

Was verbindet Specht und Hecht?
Die Namensähnlichkeit! (Zu Recht.)

Den Jäger treibt der Trieb zur Jagd,
den Bauern treibt er auf die Magd.

aus: Deix. Illustrierte Gedichte, 2002.

© Landessammlungen Niederösterreich, Deix 2017

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20 ausgewählte Weisheiten

Michael Jackson-Imitator Karl K.

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Biographie

1949

Manfred Deix wird in St. Pölten, Niederösterreich, geboren

1960

Erste wöchentliche Comicstripserie in der Niederösterreichischen Kirchenzeitung

1965

Eintritt in die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt, Wien, gemeinsam mit Josef Bramer, Gottfried Helnwein und Bernhard Paul

1968

Beginn des Studiums an der Akademie der bildenden Künste, Wien

1972

Erste Veröffentlichungen in den Magazinen Profil, Trend, Economy

1978

Titelblätter und Zeichnungen für die Periodika Stern, Der Spiegel, Pardon, Tempo, Titanic, Playboy, Die Zeit

1980

Erstes Buch: Cartoons von Manfred Deix (Trend, Wien)

1983

Zweites Buch: Cartoons de Luxe (Orac, Wien)

1984

Heirat mit Marietta in Las Vegas

erster persönlicher Kontakt mit den Beach Boys in Los Angeles

1985

Erstes TV-Porträt: Manfred Deix, für die ORF-Serie Ohne Maulkorb

ORF-TV-Porträt The Beach Boys mit Manfred Deix

drittes Buch: Deix. Satiren aus Wien (Hg. Hans Traxler; Zweitausendeins, Hamburg)

1986

Ausstellung in der Galerie am Chamissoplatz, Berlin

viertes Buch: Mein Tagebuch (Jugend & Volk, Wien)

1987

Gestaltung eines Plakates für Brechts Arturo Ui am Wiener Burgtheater

TV-Film Küss’ die Hand, Österreich – Manfred Deix und seine Bilder (Regie: Peter Hajek; ORF, ZDF, SRG, 3sat; 45 Minuten)

1988

Verleihung des Nestroy-Ringes der Stadt Wien

Ausstellung im Palais Palffy, Wien

1989

Fünftes Buch: Augenschmaus (Diogenes, Zürich; mit einem Vorwort von Billy Wilder)

1990

Ausstellung im Stadtmuseum Heilbronn

Entwurf der Masken für die OperKehraus um St. Stephan von Ernst Krenek, Wiener Staatsoper

1991

Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum Hannover

Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe

Ausstellung im Stadtmuseum Ludwigshafen

sechstes Buch: Der Männer-Report (Diogenes, Zürich; mit einem Vorwort von Thomas Gottschalk)

1992

Deix-Porträt in der englischen BBC-TV-Serie Schofield’s Europe

1993

Siebentes Buch: Küss’ die Hand

Taschenbuch: Geisterfahrer (beide Diogenes, Zürich)

1994

CD-ROM The Best of Manfred Deix, Volume 1

1995

Achtes Buch: Deix am Sonntag (Diogenes, Zürich)

Goldene Schallplatte für die CD Musik aus Ameriga (Manfred Deix und die Good Vibrations Band; Arcade)

ab diesem Jahr wöchentliche Cartoons für das Magazin News

1998

Neuntes Buch: Das neue Deixbuch (Libro, Wien)

1999

Gestaltung von 14 Bildern auf 1600 m² Fassadenfläche des Grazer Rathauses

live on stage mit den Beach Boys (3 Songs) beim Wiener Donauinselfest

2000

Ausstellung Good Vibrations, Kunsthaus Wien

Kulturpreis 2000 der Stadt Klosterneuburg

2001

Erstes Treffen mit „Zeichengott“ Robert Crumb in Krems

Eröffnung des Karikaturmuseum Krems, Ausstellung: Die Welt des Manfred Deix

2002

Zehntes Buch: Illustrierte Gedichte (Zweitausendeins, Frankfurt am Main)

2003

Ausstellung Die Welt des Manfred Deix II, Karikaturmuseum Krems, mit Ausstellungskatalog; Ausstellung Die Welt des Manfred Deix, Kunsthaus Köflach

2004

Ausstellung Die Welt des Manfred Deix, Museum für Komische Kunst – Caricatura im Historischen Museum in Frankfurt am Main

elftes Buch: Der dicke Deix. Arbeiten von 1998 bis 2004 (Carl Ueberreuter, Wien)

2005

Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien

2006

Ausstellung und interaktive CD-ROM Deix in the City, Karikaturmuseum Krems, mit Ausstellungskatalog

zwölftes Buch: Der Dichter Deix. Gedichte, Bilder und Privates (Carl Ueberreuter, Wien)

2007

Dreizehntes Buch: Arnold Schwarzenegger. Die nackte Wahrheit (Carl Ueberreuter, Wien)

Ausstellung Deix in the City, Wilhelm-Busch-Museum Hannover

vierzehntes Buch: Das große News & Deix Jubiläumsbuch (Carl Ueberreuter, Wien)

2008

Ausstellung Deix in the City, Ludwig Galerie Schloss Oberhausen

2009

Verleihung des Berufstitels „Professor“

fünfzehntes Buch: Der goldene Deix (Carl Ueberreuter, Wien)

Ausstellung Das ist Deix, Karikaturmuseum Krems, bis 2012, mit Ausstellungskatalog

2012

Ausstellung Für immer Deix!, Karikaturmuseum Krems, mit Ausstellungskatalog zu den Arbeiten aus der Sammlung des Landes Niederösterreich. Die Dauerausstellung im Karikaturmuseum Krems wird permanent gezeigt und jährlich aktualisiert.

2013

Sechzehntes Buch: Der heilige Deix (Ecowin, Salzburg)

2014

Siebzehntes Buch: Neue Zeichnungen (Carl Ueberreuter, Wien) Aktualisierung der Dauerpräsentation Für immer Deix!, Karikaturmuseum Krems

2015

Achtzehntes Buch: Tierwelt. Katzen & Co (Carl Ueberreuter, Wien)

2016

Im Jänner wird die Ausstellung Für immer Deix! neu aufgestellt und mit den Deix Blitzblättern und der Deix'schen Fischkunde ergänzt. Manfred Deix stirbt am 25. Juni 2016 nach schwerer Krankheit, begleitet von seiner Frau Marietta im Kreise seiner 23 Katzen.

2017

Am 13. Mai 2017 wird die Dauerpräsentation Immer wieder Deix! im Karikaturmuseum Krems eröffnet. 

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Die Brust der Mutter
gibt Sohn und Tochter Futter,
jedoch die Brust der Tante
ernährt nur fern' Verwandte.

Ein Vater ersetzt eine Mutter nicht,
weil es ihm an der Milch gebricht.

Was verbindet Herren und Knechte?
Nichts, bis auf die Laune, die schlechte.

Wer Mutter schlägt und Vater quält,
ist nicht vom Heil'gen Geist beseelt.

Es weiß ein jeder Modemensch:
Man sieht gut aus in Coat und Trench.

Ein Uhu ist kein Kakadu
und Stalingrad nicht Malibu.

Man darf beim Trinken und beim Essen
auch das Schlucken nicht vergessen.

Man soll mit Schlagen, Stechen, Hauen
niemandem den Tag versauen.

Ein Fisch, der Würmer gerne mag,
lebt in Gefahr den ganzen Tag.

Besser in die Hose gacken
als den Chef beim Pimmel packen.

Der Landwirt schätzt den Traktor
mehr als den Charaktor.

Der Gastwirt schätzt den Zecher,
je voller dessen Becher.

Der Bauer neidet dem Neger die Bräune,
der Neger neidet dem Bauern die Scheune.

Bei jeder Untat stets dabei:
Räuber, Mörder, Polizei.

Eines steht wohl außer Streit:
Am wohlsten tut die Unkeuschheit.

Obwohl es stimmt, man glaubt es nicht:
Die Fledermaus haßt Sonnenlicht.

Einem Boxer geht es gut,
wenn der Gegner bluten tut.

Dicke weiche Männerbrüste
dämpfen häufig Frauenlüste.

Wächst der Frau ein Damenbart,
wird des Gatten Glied nicht hart.

Was verbindet Specht und Hecht?
Die Namensähnlichkeit! (Zu Recht.)

Den Jäger treibt der Trieb zur Jagd,
den Bauern treibt er auf die Magd.

aus: Deix. Illustrierte Gedichte, 2002.

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